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Die Gründung des Vereins im Sommer 1990 steht in engem Zusammenhang
mit dem gesellschaftlichen Umbruch im Herbst 1989. Frauen konnten
und wollten sich außerhalb staatlichen Rahmens
zusammenfinden und ihre Interessen öffentlich artikulieren.
Mit der Namensgebung wurde deshalb bewusst an die Tradition
der mittelalterlichen Frauenbewegung der Beginen angeknüpft.
Deren Grundideen
- die Unabhängigkeit von familiärer Macht, von kirchlichen
und weltlichen Machtstrukturen und ideologischen Dogmen,
- eine solidarische Gemeinschaft, in der Frauen und ihre Kinder
lebten und arbeiteten in Alternative zu den hierarchisch organisierten
Zünften, aber ohne Abschottung von der Welt,
- das soziale Engagement,
- eine Gemeinschaft, die sehr unterschiedliche weibliche Denkansätze
und Lebensformen vereinte
erschienen uns besonders bewahrenswert und zukunftsweisend.
Das gesamte Engagement der Vereinsfrauen richtete sich deshalb
von Beginn an auf die Schaffung einer Kultur- und Begegnungsstätte
für Frauen. Ein Meilenstein in der Geschichte des
Vereins war die Eröffnung des "Beginenhauses" am Rosengarten
in der Stadtmitte. Mit den Angeboten des Beginenhauses für
die Frauen, Mädchen und Kinder Rostocks, zu denen Lesungen,
Konzerte, eine Bibliothek, Selbstverteidigungs- und Sprachkurse,
Werkstätten und Kinderbetreuungsmöglichkeiten gehörten,
sind die "Beginen" in Rostock und darüber hinaus bekannt
geworden.
Da die Räumlichkeiten aufgrund der unsicheren Eigentumslage
nicht zukunftsfähig waren, erfolgte 1994 gemeinsam mit anderen
Frauenvereinen der Umzug in eine ehemalige Kita, dem "Beginenhof"
in der Ernst-Haeckel-Straße in der Südstadt.
Eine zentrale Lage, so unsere Erfahrung, erleichtert
den interessierten Frauen, die aus dem gesamten Stadtgebiet Rostocks
und dem Landkreis kommen, die Veranstaltungsteilnahme. Daher ist
seit Juni 2001 der Frauenkulturverein Die Beginen wieder im Zentrum
Rostocks angesiedelt, mit dem Büro und einem Veranstaltungsraum,
der für kleine Ausstellungen und für Diskussionsrunden
und Informationsabende für einen Teilnehmerinnenkreis
von 30 bis 40 Frauen geeignet ist.
In den vergangenen Jahren hat sich die Angebotspalette des Vereins
natürlich verändert, weil sich äußere Bedingungen
und Interessenlagen der Frauen verändert haben.
Andere Frauenvereine sind entstanden, die Ideen und Anregungen
aufgenommen und Angebote übernommen haben. Deshalb haben
wir uns von den Aufgaben ‚Beratung und soziale Betreuung für
Frauen und Mädchen' auch formell verabschiedet und unsere
Werkstätten und die Kinderbetreuungseinrichtung aufgegeben
bzw. an andere Träger übergeben. So können wir
Beginen uns jetzt vollständig auf unser Hauptziel, die Organisation
und Durchführung von Kultur-, Informations- und Diskussionsveranstaltungen
von und für Frauen und Mädchen konzentrieren.
Mit der Arbeit unseres Vereins bieten wir bildenden Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Journalistinnen, Politikerinnen u.a. Frauen ein Forum, ihre Handlungsfelder darzustellen und sich miteinander auszutauschen. Frauen unterschiedlichster Herkunft und Bildung sollen in frauenspezifische Arbeitsprozesse und Arbeitsergebnisse einbezogen und ermutigt werden, eigene Ressourcen zu entdecken und umzusetzen.
In unseren Räumen finden kontinuierlich Ausstellungen statt, die es Frauen ermöglichen, vielleicht zum ersten Mal ihre Werke öffentlich zu präsentieren. Aber auch etablierte Künstlerinnen aus dem Ostseeraum werden eingeladen, ihre Kunst auszustellen und von der Situation der Frauen in ihren Heimatländern zu berichten.
Die Frauenfilmreihen sind seit 1991 ein fester Bestandteil des Jahresprogramms.
Die Frauen-Kunst-Woche bietet Frauen die Möglichkeit, sich unter Anleitung einer Bildhauerin mit dem Werkstoff Holz oder Metall auseinander zu setzen und so einen eigenen Zugang zur künstlerischen Umsetzung individueller Ideen zu bekommen.
Daneben gibt es jedes Jahr die Frauen-Kultur-Tage, die unter einem bestimmten Motto ein breites Spektrum kultureller Genre vereinen.
Wir bieten Frauenbildungsreisen über die Grenzen Deutschlands hinaus, KulturTouren durch M-V sowie Frauenstadtrundgänge durch Rostock an.
Neben der Organisation eigener Veranstaltungen stellen wir unsere Räume Frauengruppen als Treffpunkt zur Verfügung und ermöglichen Frauenvereinen und –initiativen Veranstaltungen in eigener Regie durchzuführen.
Im regelmäßig erscheinenden Kulturmagazin wird das aktuelle Programm veröffentlicht.
Finanziert wird die Arbeit des Vereins aus Projektfördermitteln des Kulturamtes der Hansestadt Rostock, des Kultusministeriums des Landes M-V, der Landesfrauen- und Gleichstellungsbeauftragten, aus Mitteln des Arbeitsamtes, durch Eintrittsgelder und Spenden. Zurzeit beschäftigen wir eine Projektkoordinatorin und eine Projektmitarbeiterin über ABM.
Langjährige stabile und fruchtbare Kooperationen bestehen mit dem Unabhängigen Frauenverband, dem Frauenbildungsnetz M-V e.V., dem Rocine e.V., der Bühne 602, TERRE DES FEMMES, der „anderen buchhandlung“, dem Literaturhaus, der Geschichtswerkstatt sowie Rok TV.
Für die Zukunft haben wir Beginen uns vorgenommen, eine Zusammenarbeit auch mit Vereinen und Initiativen über Rostocks Stadtgrenzen hinaus auf- und auszubauen.
Inmitten der Rostocker Innenstadt, nahe der Universität, befindet sich das Kulturbüro des Rostocker Frauenkulturvereins "Die Beginen e.V.".
Heiligengeisthof 3
(Eingang Faule Grube)
18055 Rostock
Telefon: 0381-128 97 97
Fax: 0381-128 97 98
E-Mail: info@die-beginen-rostock.de
Homepage: www.die-beginen-rostock.de
Konto
Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG
BLZ 200 30 000
Kto: 528 48 49
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