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Beginen
in Europa (Auszug):
Die
Beginen–Bewegung, die im Hochmittelalter als
eine Art religiöser Frauenbund und
Frauenversorgungswerk entstanden ist, wird als
wichtiger Schritt in der Geschichte der
Frauenbewegung betrachtet. Unter den Beginen
finden sich einige der bedeutendsten
Mystikerinnen des Mittelalters, andererseits
wurde diese Bewegung auch massiv von Seiten
der Kirche verfolgt. Die Geschichte dieser semireligiösen
Lebens- gemeinschaft ist überaus
abwechslungsreich und spannend.
Die frühe Beginenbewegung in Flandern bzw.
Belgien ging von Frauen des Adels und des
Mittelstandes aus, die ihr Leben vor allem dem
Gebet und den geistlichen Übungen
widmeten. Durch ihr eingebrachtes Vermögen war
ihre finanzielle Existenz relativ sicher.
Gegen Ende des 13. Jahrhunderts gab es kaum
eine niederländische Kommune ohne Beginenhaus,
während es in den größeren Städten oft mehrere
Häuser gab und auch an den großen
Handelsstraßen Konvente entstanden.
Beginen
in Rostock (Auszug):
In
Rostock sind die Beginen 1279 erstmals
urkundlich erwähnt. Ein Rostocker Bürger
namens Gerlach von Koesfeld vermachte ihnen
die (damals viel bedeutende) Summe von 30 Mark
zum Ankauf eines Hauses. Vermutlich war daran
die Bedingung geknüpft, dass sie für sein
Seelenheil und das seiner Angehörigen beteten.
Die Beginen in Rostock tragen denn auch den
charakteristischen Namen "Dodenbiddersche"
(Totenbitterinnen). Sie übten aber auch
die Gewerbe Spinnen und Weben aus, wirkten als
Krankenpflegerinnen oder leisteten
Sterbebegleitung. Überwiegend handelte es sich
bei ihnen um unverheiratete oder verwitwete
Frauen, die Alternativen sozialen
Überlebens suchten.
Bevor die Beginen ihr Haus bezogen, hatten sie
schon verstreut in Rostock gelebt. Sie
erwarben dann vermutlich „ ein Erbe auf dem
Küterbruche nahe dem Stadtgraben“. Den Ankauf
dieses Hauses genehmigte der Rostocker Rat nur
unter der Bedingung: „ wenn sie sich die Gunst
der Stadt erhalten könnten...“.
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