Feminismus wird GROSS geschrieben

Feminismus wird GROSS geschrieben 150 150 DIE BEGINEN

Geschichten, die das Leben schreibt, auf eigene Weise erzählen – von September 2021 bis August 2022 bietet der Rostocker Frauen*kulturverein eine feministische Schreibwerkstatt für FLINT-Personen an. Teilnehmende werden eingeladen, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen, und diese unter methodischer Anleitung in Wort, Schrift und Form zu bringen.

Ein spielerischer Einstieg, verschiedene Methoden des biographischen und dokumentarischen Schreibens sowie der gemeinsame Austausch über verfasste Texte regen an, „das Frau-sein“ und damit verknüpfte Erwartungen und Wünsche aus persönlicher und gesellschaftlicher Perspektive zu betrachten und in einem kreativen Kontext neu zu konstruieren. Der Kurs ist ausgelegt für 15 Teilnehmende, die über ein Jahr lang gemeinsam ihr literarisches Handwerk erforschen. Die Theaterpädagoginnen Nefeli Angeloglou und Cynthia Heinrich eröffnen der Gruppe einen geschützten Raum, in dem in gegenseitiger Achtsamkeit jedes Thema angesprochen werden darf. „Wir möchten euch einladen eure Gedanken auf Papier zu bringen. Dabei freuen wir uns auf eure Themen, die wir als Impulse aufgreifen und durch schriftliche, theatrale und andere performative Methoden verarbeiten.“ so Cynthia.  Die Schreibwerkstatt wird ab 1. September 2021 alle zwei Wochen immer mittwochs von 18.30 bis 20.00 Uhr online stattfinden. Im Frühjahr 2022 ist zudem eine analoge Zusammenkunft in Rostock in Form einer zweitägigen Intensiv-Werkstatt geplant. Am Ende können die Ergebnisse in einer gemeinsamen Lesung sowie einem publizierten Sammelband präsentiert werden. „Es sind keinerlei Vorerfahrungen wichtig, denn gemeinsam möchten wir auf Erkundungstour gehen!“ erzählt Nefeli voller Vorfreude.

Akteur*innen

Nefeli Angeloglou ist Literaturwissenschaftlerin und Theaterpädagogin. Sie betreut verschiedene Theater- und Sprechgruppen in und um Rostock und engagiert sich im Verein „Bunt statt Braun“.

Cynthia Heinrich ist Theaterpädagogin und Lehrerin. Sie unterrichtet die Fächer Darstellendes Spiel, Sozialkunde und Deutsch und leitet Frauentanzgruppen an.

Beginen e.V. Der Rostocker Frauen*kulturverein Unser Verein sorgt seit 1990 dafür, dass Frauen* in der Rostocker Kulturszene öffentlich präsent sind. Mit feministischem, interkulturellem und demokratischem Blick organisieren wir Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte zu den Themen unserer Zeit. Der Austausch zwischen unterschiedlichen Kulturen und Generationen liegt uns am Herzen. Von uns als Frauen*kulturverein dürfen sich alle Personen angesprochen fühlen, die sich selbst als Frau fühlen.

Zielstellung

Mit der Methode des Feministischen Storytellings erforschen die Teilnehmenden Möglichkeiten der Einflussnahme auf gesellschaftliche (Fehl-) entwicklungen, vor allem in Bezug auf Ausgrenzungstendenzen divers orientierter Menschen. Es dient der Etablierung eines feministischen Netzwerkes. Wesentlich ist der intergenerative Austausch und Diskurs, um die Erkenntnisse und Erfahrungen der Teilnehmenden aus verschiedenen Generationen zu diskutieren sowie zugänglich und nutzbar zu machen. Aus den Projektergebnissen heraus sollen politische Forderungen für mehr Partnerschaftlichkeit, Diversität abgeleitet und öffentlich präsentiert werden.

Szenische Lesung
Feminismus wird GROSS geschrieben

28.5.2022 / 18.00 Uhr / KuLaWe Schwaan
Letschow Ausbau 44 a, 18258 Schwaan

Im Projekt „Feminismus wird GROSS geschrieben“ treffen sich diverse Frauen* unterschiedlicher Generation und Herkunft. Regelmäßig kommen sie zusammen, um ausgehend von eigenen Erfahrungen Texte zu schreiben. Anhand ihrer Geschichten diskutieren sie im geschützten Raum ihrer festen Gruppe über „das Bild der Frau“, tauschen Diskriminierungserfahrungen aus und sprechen über ganz alltägliche Themen wie Liebe, Bürokratie und Fehlerkultur. Dabei analysieren sie auch, was immer noch falsch läuft in Sachen Gleichstellung und Diversität. Sie schreiben Heldinnen-Geschichten und formulieren ein feministisches Manifesto. Gemeinsam ermutigen sie sich und werden selbst zu Heldinnen.

Die Szenische Lesung gibt Einblicke in den Projektzwischenstand und stellt die Methoden des feministischen Storytellings vor. Ein Gesprächsraum wird eröffnet.

Auszüge aus einigen Texten:

„Denn die gestörten Landschaften, das sind auch wir: Zerklüftet vom täglichen Vielerlei, das an uns reißt, weil wir das Eigene noch immer nicht gelernt haben.“ (Kathrin)

„Weißt du was, Horst: Nein, ich entschuldige mich nicht. Mir geht es nicht gut – Danke der Nachfrage übrigens – und ich werde heute nirgendwo hingehen.“ (Anne) 

Ideal wird aus dem Wort Schönheitsideal gestrichen, weil wir die Schönheit im Individuum erkennen.“ (Alina)

„Ich weigere mich allein in meiner Ecke Kreise zu ziehen. Ich bin Feministin und trage meine Energie durch die Gänge. Die Kreise sollen größer werden, weiter. Gemeinsam.“ (Nicole)

 „Wir haben es geschafft! ICH HABE ES GESCHAFFT!“ (Michaela)

„Wenn du gehst, bleibt deine Spur. Und sie ist mächtig. Auch wenn sie nicht greifbar ist.“ (Rose)

Dieses Projekt wird gefördert durch

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