Visionen – Brücke zwischen Generationen?

Visionen – Brücke zwischen Generationen? 150 150 DIE BEGINEN

Ausgelöst von der Fridays for Future Bewegung stellt Videokünstlerin Gudrun Brigitta Nöh sich die Frage: Hören sich die Generationen noch einander zu? Welche Visionen gab es damals? Welche heute? Sind Visionen von gestern noch brauchbar für heute mit dem Blick auf morgen?
Entstanden ist eine filmische Betrachtung über zwei Jahre, ein Zeitdokument, gemeinsam mit der Illustratorin und Grafikdesignerin Andrea Köster.


Meine Reise begann in Dänemark: Ulla Jessing – 95 Jahre, Journalistin.
Mit dem 17. März 2020 wurde alles anders – Lockdown eine neue Zeitrechnung beginnt – die C-Zeit. Seitdem immer wieder Neustart, immer wieder Recherchen. Menschen sind verunsichert, angstvoll – besonders ältere ziehen sich zurück. Es wird schwierig, das Konzept zu realisieren. Ich sehe mich in der Verantwortung.


Konzept? Wozu daran festhalten? Letztlich geht es um Lebensvorstellungen, um Lebenswirklichkeit. Und ich habe sie gehört und sie haben mich berührt, ergriffen, erstaunt, aufgerüttelt und ermahnt, mich selbst anzuschauen. Ich erlebe die Gespräche noch einmal am Schnittplatz.


Diese Erzählungen entstanden in den ‚Zwischenzeiten‘ des Aufatmens – der Hoffnung. Und ich frage mich: Haben sich die Ansichten verändert? Sind Ergänzungen nötig? Es ist eine Momentaufnahme in einem Verlauf, der nahezu täglich Veränderungen bringen kann. Was hat Bestand? Selbst unsere Sprache, hat sich unmerklich verändert, zeigt deutlich an, in welcher Situation wir uns befinden. Etwa 200 000 neue Begriffe sind in die Alltagssprache eingegangen, charakterisieren die CORONA-Ära (zusammengestellt vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache).


Während ich schreibe, weiß ich: auch dies ist nur eine Momentaufnahme in einer Zeit tiefgreifender Wandlung, täglich spürbar im Alltag. Und gerade deshalb und gerade jetzt ist es wichtig, dass wir nicht unsere Träume, Ideen und Vorstellungen von einem Miteinander in dieser Welt verlieren. Das ist keine Generationsfrage und Visionen sind keine Frage des Alters. Dieser Blick, auf das, was bislang entstehen konnte, bedeutet für mich, weiter auf der Suche sein nach VISIONEN – BRÜCKE zwischen GENERATIONEN und am liebsten ohne Fragezeichen.


Ich danke für die Gespräche, für die Offenheit und das Vertrauen, für die Zeit, die mir alle an diesem Projekt Beteiligten geschenkt haben, für die Ermutigung nicht aufzugeben.“

Gudrun Birgitta Nöh

VISIONEN
BRÜCKE zwischen GENERATIONEN?
2020/2021
Ein Filmprojekt von Gudrun Brigitta Nöh
Schnitt & Layout: Andrea Köster

Gefördert von Mecklenburg Vorpommern, Ministerium für Soziales, Integration und Geleichstellung
und Beginen e.V. Rostocker Frauen*kulturverein