Grauzone

Grauzone 150 150 DIE BEGINEN

37 Künstler*innen aus fünf Ländern haben das 130 Jahre alte Schieferdach der Gedser Remise in ein Kunstprojekt gewandelt. Initiator ist der Stahlplastiker Bernard Misgajski von der Ostseeinsel Rügen.

Das internationale Kunstprojekt GRAUZONE – Ein Dach wird Kunst mit 37 Künstler*innen aus 5 Ländern hatte in Dänemark seine erste umfassende Präsentation. Ein hochwertiges dreisprachiges Katalogbuch (D, ENG, DK) und ein Film-Essay dokumentieren das Projekt.

Ausstellung vom 8.8. – 25.8.2019
Die Galerie an der Südspitze Dänemarks, die ehemalige Marinestation aus der Zeit des Kalten Krieges und die Eisenbahnremise, ein historischer Teil der Fähranlage in Gedser, waren die Ausstellungsorte. Dieses Kunstprojekt, das der Metallplastiker Bernard Misgajski kreierte, erfuhr die Aufmerksamkeit von ca. 1.600 Besuchern aus verschiedenen Ländern.

Hintergrund und Entstehung des Projektes
Schieferplatten, die 130 Jahre als Dach die Remise schützten, durch Wind, Wetter und Handwerksarbeit geprägt wurden, bekamen durch die Idee des Künstlers eine neue Bedeutung. Bernard Misgajski wählte eigenwillige Bildkompositionen auf den Dachplatten aus, ließ daraus Schieferbilder im Format 24 x 19,5 cm schneiden und fasste sie in Stahlrahmen.
Er lud 37 Künstlerinnen und Künstler zur Beteiligung über eine Online-Galerie mit den Fotos der Schieferbilder ein. Die Eingeladenen traten in einen Dialog mit dem Material suchten dabei ihre eigene gegenwärtige künstlerische Position. Es entstanden 80 Dyptichen.

Der Kontext
Mit dem Projekt GRAUZONE – Ein Dach wird Kunst  – wird die Arbeit an der „Kulturbrücke über die Ostsee“ fortgesetzt. Sie begann 2013 mit dem deutsch-dänischen Projekt ÜbergangOvergang, Ursprung für das jetzige Projekt. Dieses Projekt entwickelte P.ART Freie Kulturinitiative in Zusammenarbeit mit dem Rostocker Frauenkulturverein.
Bei diesem Projekt entdeckte Bernard Misgajski die ausrangierten Schieferplatten mit ihren Zeitspuren und bewahrte sie vor der Entsorgung.Diese Materialbilder aus Schiefer und die historischen Hintergründen inspirierten heute die Künstlerinnen und Künstler aus Dänemark, Deutschland, Holland, Japan und Wales. Sie gingen auf individuelle Weise in Kontakt mit dem Schiefer. Das Ergebnis sind Arbeiten verschiedener Genres und Materialien: Malerei, plastische Arbeiten, Fotos, Videos, Collagen, Keramik, Audio-Installation, Mischtechniken Gewählt wurden u.a. Metall, Papier, Holz, Acryl und Textil. Die künstlerische Interpretation wurde ebenso in einen Stahlrahmen in der Größer des Schieferbildes gefasst. So entstand ein Diptychon.

In dem Schiefer- diesem metamorphen Gestein, sind 450 Millionen Jahre Erdgeschichte eingeschrieben, gefördert als Baumaterial in Bergwerken von Wales, kam er über lange Handelswege auch nach Dänemark, bis nach Gedser. Geplant ist, die Ausstellung GRAUZONE in Wales im dortigen Nationalen Schiefermuseum zu zeigen. Ebenso soll die Ausstellung 2021 im Kulturhistorischen Museum Rostock zu sehen sein.

Förderer, Sponsoren und Unterstützer:
Land Mecklenburg-Vorpommern – Vorpommernfonds
Hanse- und Universitätsstadt Rostock
Guldborgsund Kommune
Kunstrat Gemeinde Guldborgsund
Interreg – South Baltic – European Regional Development Fund
National Slate Museum
Rostock Port

Idee und künstlerische Leitung: Bernard Misgajski
Projektleitung und Film-Essay: Gudrun Brigitta Nöh
Projektträger: Rostocker Frauenkulturverein Die Beginen e.V.